Jod in den vly Milchalternativen

Jodsalz: ein erster Schritt gegen den Jodmangel

Einführung von Jodsalz als prophylaktisches Mittel gegen Jodmängel hatte große Erfolge. In Deutschland verwenden im Jahr 2004 knapp 80% der Haushalte jodiertes Speisesalz [1]. Die Nationale Verzehrsstudie II, welche 20.000 Bürger:innen umfasst, schreibt folgendes:

Ein Risikonährstoff in der Bevölkerung ist Jod. Wenn kein Jodsalz verwendet wird, erreichen 96% der Männer und 97% der Frauen die Empfehlung für die Jodzufuhr nicht. Unter Verwendung von jodiertem Speisesalz für alle Mischungen und Rezepte des BLS würden nur noch 28% der Männer und 53% der Frauen unter der Empfehlung für die Jodzufuhr liegen.

 

Auch andere Quellen zeigen, dass selbst trotz der hohen Adaption von Jodsalz der Versorgungsstatus nicht gut ist:

Beispielsweise zeigt die schweizer Studie aus dem Jahr 2015, dass hier 65% der Mischköstler, 66% der Vegetarier und 79% der Veganer eine suboptimale Jodversorung haben [2].

Jod ist sehr wichtig für die Schilddrüse

Jod ist essenziell für die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse und ein Mangel führt dazu, dass diese nicht mehr in ausreichender Menge Schilddrüsenhormone produzieren kann. Es kann zu Störung wie Unter- oder aber auch Überfunktion kommen.

Die Mangelversorgung mit Jod stellt auch eine große Bürde für das Gesundheitswesen dar. Laut einer Hochrechnung kosten die auf Jodmangel zurückzuführenden Erkrankungen der Schilddrüse Deutschland etwa eine Milliarde Euro pro Jahr [3, 4].

Die drei Jodquellen: Jodsalz, Jod Supplementation im Tierfutter, Gemüse aus jodhaltigen Böden

Das Jodsalz kann leider den Bedarf nicht komplett abdecken. Im Durchschnitt sind in jodiertem Speisesalz 20μg pro Gramm. Bei einer maximalen täglichen Salzzufuhr von 5 Gramm (WHO) würde das 100μg pro Tag bedeuten. Das ist jedoch signifikant weniger als die 200μg, welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erwachsenen empfiehlt. Außerdem ist zu hinterfragen, ob wir täglich die maximale Zufuhr an Salz konsumieren sollten.

Nach dem Jodsalz ist die Supplementation von Tierfutter eine Jodquelle. Denn durch die Anreicherung des Tierfutters haben auch die Tierprodukte wie Fleisch und Milch einen höheren Jodgehalt. Das führt dazu, dass bei Mischköstlern Milch und Milchprodukte 40% der Jodzufuhr ausmachen [5].

Als letzte Quelle ist das Gemüse zu nennen. Hier hängt der Jodgehalt stark von dem Jodgehalt in den Böden ab. Unsere Böden in Deutschland sind leider sehr jodarm. 

 

Deswegen haben wir Jod in der Milch

Da wir uns salzarm ernähren wollen, immer mehr auf tierische Produkte wie Kuhmilch verzichten wollen und die Böden unserem Gemüse nicht das nötige Jod liefern, haben wir uns dafür entschieden, vly mit Jod anzureichern. Somit trägt vly zu einer adequaten Jodversorgung bei.

Wie viel Jod bekomme ich mit vly?

Die vly Milchalternativen der Versionen 2.0 (aktuell) haben 30μg pro 100ml. Der Tagesbedarf liegt nach DGE bei 200μg. Die Lebensmittelverordnung (LMIV) liegt bei 150μg, weswegen du auf der Verpackung 20% liest (30/150). Im Vergleich zu der Empfehlung der DGE wären wir hier bei 15%.

Das heißt, wenn Du ein Müsli mit 300ml vly zum Frühstück essen würdest, bekommst du 90μg, etwas weniger als die Hälfte des Tagesbedarf. Diese Dosierung haben wir gewählt, da es in Deutschland normal ist, auch noch Jodsalz in gewissem Maße zu sich zu nehmen und wir somit keine Überdosierung erlangen, aber zu einer guten Versorgung signifikant beitragen.  

 

Die Risiken sind überschaubar, aufpassen wenn Schilddrüsenerkrankungen bestehen

Die maximal Grenze, welche nicht regelmäßig überschritten werden sollte, liegt nach EFSA bei 600μg und nach dem IOM (Institute of Medicine) bei 1100μg. Das wären zwischen 2 LIter und 3.7 Liter vly am Tag. Daher schätzen wir die Gefahr einen Überdosierung durch vly als sehr gering ein. 

Falls Du von Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto Thyreoditis oder Morbus Basedow betroffen bist, bespreche das am Besten mit Deinem Arzt. Als ersten Überblick haben wir hierzu nochmal einen spezifischen Blog Artikel geschrieben, der mehr in die Tiefe & Literatur zu dem Thema geht.

Zusammenfassung: Jod ist ein essenzieller Nährstoff, auf dessen adequate Zufuhr geachtet werden sollte

Quellen

[1] Bundesinstitut für Risikobewertung. (2004). Nutzen und Risiken der Jodprophylaxe in Deutschland. Zugriff am 21.09.2020. Link hier.

[2] Schüpbach, R., Wegmüller, R., Berguerand, C., Bui, M. & Herter-Aeberli,I. (2017). Micronutrient status and intake in omnivores, vegetarians and vegans in Switzerland. Eur J Nutr, 51(1), 283-293

[3] Rittenau, N. (2018). Vegan-Klischee ade. Mainz: Ventil.

[4] Kahaly, G.J. & Dietlein, M. (2002). Cost estimation of thyroid disorders in Germany. Thyroid, 12(10), 909-914.

[5] Flachowsky, G., Schöne, F. & Jahreis, G. (2006). Zur Jodanreicherung in Lebensmitteln tierischer Herkunft. Ernährungs-Umschau, 53(1), 17-21.